Beiträge vom August, 2011

Was für ein erster Wettkampftag

Dienstag, 30. August 2011 23:53

30. August / New York – Einzelzeitfahren Rad

Halb sechs bin ich von alleine (vor dem Wecker) wach geworden. Ich bin bereit; draußen ist es zwar noch dunkel, aber bis zum Convention Center sollte es irgendwie klappen. Kurzes Frühstück auf dem Zimmer, dann runter zum Fahrrad. Die erste Tür bekomme ich ja noch auf, aber die nächste  Tür ist und bleibt verschlossen. Verdammt, wie komme ich denn jetzt an mein Rad. Vorsichtiger Versuch bei meinem Hausherrn zu klopfen, vergebens. Tja, da bleibt nur zu hoffen, dass gleich jemand ins Büro muss.
Gegen 07:15 Uhr kommt dann endlich ein Verantwortlicher. Lächelnd öffnet er mir die Tür. Da der Bus-Shuttle jetzt schon unterwegs ist, kommt nur Plan B in Betracht. Ab in die U-Bahn (darf man eigentlich mit dem Fahrrad U-Bahn fahren – egal – Plan C gibt es ja nicht) und weiter über die Av U in Richtung Zeitfahrstrecke.
Nicht ein verdammtes Hinweisschild; an der Tankstelle erfahre ich aber, dass ich in der Nähe bin. Gegen 08:50 Uhr bin ich dann am Wettkampfort.  Ein Teil eines alten Flughafens; Panzerplatten wo das Grün aus den Fugen raus wächst, dient heute als Radstrecke.
Jetzt erfahre ich auch endlich wie lange der Wettkampf sein wird. 12 km; heißt vier Runden auf der flachen als Dreieck angelegten Strecke.
Viel los ist auf jeden Fall noch nicht. Da der Bus-Shuttle noch nicht da ist, wird der Start um 30  Minuten verschoben. Bei einer Proberunde wird klar; Kette rechts, auf den Auflieger ablegen und knallen. Die Bremsen könnte man abbauen, denn hier geht alles volle Pulle; wenn nur der Wind nicht wäre.

09:30 Uhr dann der erste Start.

Da ich, aus welchen Gründen auch immer nicht gemeldet bin, werde ich auf einer Nachrückerliste gesetzt und starte, wenn alle anderen durch sind. Hat Vor- und Nachteile; mal abwarten.
Die Organisation ist auch jeden Fall katastrophal; keine Informationen, keine Toiletten, keine Verpflegung – jeder, aber auch wirklich jeder, Volkslauf den ich kenne ist besser organisiert.

Die Zeitnahme erfolgte mittels Papier und Stoppuhr. Das gibt ein Chaos. Das Chaos begann dann erst recht um 10:30 Uhr. Nach 3,5 Stunden (!!!) war der Bus-Shuttle endlich am Flugplatz eingetroffen. Natürlich war das Rennen schon in vollem Gange. Warum der Transport so lange brauchte, hatte diverse Gründe (zu wenig Busse, zu wenig LKW`s für die Räder, ein verlorener Schlüssel, Rush-Hour) auch jeden Fall waren alle tierisch sauer.
Da aber alle die Chance haben sollten noch zu starten, wurde die Nachrückerliste einfach erweitert.
Da dies aber nur von einer Person bewältigt wurde, brauchte das seine Zeit. Da aber der Start etwas weiter weg war, hatte der Starter irgendwann keine aktuelle Starterliste. Das Rennen wurde unterbrochen.
Gegen 13:00 Uhr, also bei bester Mittagshitze wurde ein zweiter Start angesetzt.  13:07 Uhr startete ich; vier Runden wurde geballert was die Beine hergeben; aus der Aeroposition wurde nicht ein einziges Mal raus gegangen. Auf dem Gegenwindstück wurde gebissen, der Rest wurde geballert.

Nach geschätzten 20-22 Minuten war es dann vorbei. Wer gedacht hatte, Ergebnisse würden schnell ermittelt werden können, der hatte sich gründlich geschnitten. Denn das Handgeschriebene musste ja auch noch in den Computer. Und Fehler waren vorprogrammiert; wer hat sich den z. B. einfallen lassen, schwarze Startnummern auf dunkellila Flächen zu drucken (nicht wieder zu erkennen) und ob alle vier Runden absolviert haben, ist auch fraglich.
Da also dort nichts mehr zu erwarten war,  ging es in einer einstündigen Radfahrt zum Zimmer. Verpflegen, duschen und relaxen für den nächsten Tag. 10.000 Meter auf der Bahn.

Thema: WPFG | Kommentare (1) | Autor: Joachim

Bald geht es los …

Dienstag, 30. August 2011 0:35

29. August / New York – eigentlich Einzelzeitfahren Straße

Von der Sonne wurde ich gegen 07:30 Uhr wach geküsst. Ein herrlicher Tag stand bevor. New York ist back!! Da im Convention Center die ersten Wettkämpfe gegen Nachmittag beginnen sollten, schnappte ich mir mein Fahrrad und startete zu eine kurzer Erkundungstour. Aus der kurzen Tour wurde dann ein Trip von 5 Stunden. In diesen habe ich aber auch zweimal gefrühstückt, zig Bilder gemacht und viel Gegend angesehen.
Von Chinatown ging es über die Williamsburg Bridge, danach durch Brooklyn. Über die Brooklyn Bridge ging dann entlang des Hudson Rivers Richtung Convention Center. Als ich in dieser Höhe die nächste Brücke am Horizont sah, ging es weiter in Richtung Norden. Vorbei an einem Flugzeugträger, der am Pear 69 lag und gegen 24 Dollar Eintritt besichtigt werden konnte. Die George Washington Bridge wurde schnell passiert. Einmal rüber und auf dem selbem Wege wieder zurück.

Die Brücke werde ich im Laufe der Woche nochmals passieren, da in der Nähe das Bergzeitfahren stattfindet und wir als Gruppe gemeinsam dorthin radeln.
Zurück ging es durch die Innenstadt. Vorbei an der Universität, in der heute die Neuen Ihre Einschulung hatten und mit Sack und Pack vor der Uni saßen und auf ihre Zimmer warteten.
Im Central Park konnte man noch am meisten die Kraft von Irene nachvollziehen; Bäume und Äste lagen überall herum; aber die Aufräumarbeiten waren im vollen Gange. Hier könnte man glatt einen ganzen Tag verbringen; dass man dabei in New York ist, vergisst man ganz schnell.
Weiter ging es zur Queensboro Bridge. Neben dieser fährt eine Gondel Anwohner/Berufstätige auf Roosevell Island. Was es nicht alles gibt. Über die bekannte Williamsburg Bridge ging es dann zurück zur Unterkunft. Kurzes Gespräch mit Don, duschen, E-Mails checken und dann ab mit Bus und Bahn zum Convention Center. Hier erfuhr ich dann, dass die Spiele, für mich plötzlich und unerwartet, mit dem ausgefallenen Einzelzeitfahren von heute morgen losgehen würden.

Tja, da habe ich mich doch gut eingefahren ;-)
Das Convention Center war zu der Zeit voll in der Hand diverser Sportler. Auf drei Ebenen wurde um die ersten Medaillen gekämpft bzw. standen die ersten Wettkämpfe an. Schießen, Wrestling, Ringen, Judo und Karate in einem Block; Boxen, Dart und Indoor Rudern auf der nächsten Ebene. Und in der größten Halle waren zig Plätze für Basketball, Fußball, Badminton, Volleyball und Tischtennis eingerichtet. Bodybuilding fand in einer Nebenhalle statt. Wahnsinn!!

Nach zwei Stunden ging es dann noch kurz in die Stadt. Times Square bei Tag stand auf dem Programm. Hier war die Stadt so, wie man sie aus Bildern kennt. Rappelvoll, Massen ziehen durch die Straßen, es wird gehupt und geschimpft.
Später wurde im Supermarkt dann noch etwas für die nächsten Tage eingekauft; dann ging es Heim.

Ich musste ja um 07:00 Uhr am nächsten Morgen am Convention Center sein; denn dann ging es von dort  per Sammeltransport zur Entscheidung Einzelzeitfahren Rad; d. h. 06:00 Uhr Fahrt von der Unterkunft zur 34. Straße. Hoffentlich ist es da schon hell.

Thema: WPFG | Kommentare (2) | Autor: Joachim

The Day after “IRENE”

Sonntag, 28. August 2011 23:21

Tag 05 – 28. August (Sonntag) / New York – eigentlich Triathlonwettkampf

Solche Tage liebe ich ;-) Den ganzen Tag NICHTS aber gar nichts zu tun. Einfach nur rumhängen und faulenzen. Das beginnt dann mit langem schlafen. Als ich gegen 07:30 Uhr aufstand, war es immer noch am regnen. Nachts wurde ich zwei-/dreimal durch starken Wind und den heftigen Regen geweckt, aber es hielt sich absolut in Grenzen: Man könnte sagen, ich habe Irene verpasst/verpennt.
Da RTL im Live-Stream den Formel 1 Lauf in Spa übertrug hielt sich meine Langeweile bis 09:45 Uhr in Grenzen.  Per E-Mail kam dann die erwartete Absage des Einzelzeitfahrens für morgen.
Als es gegen 10:00 Uhr aufhörte zu regnen musste ich raus!!! Eine Brückenrunde war angesagt. Einmal über die Manhattan Bridge mit phantastischen Blick auf die Skyline von New York und wieder zurück.
Draußen wurden dann erst sichtbar, was Irene angestellt hatte. Äste, Bäume lagen kreuz und quer, Straßen waren teilweise überflutet; aber eigentlich noch alles im erträglichen Rahmen. Zumindest in diesem Bezirk.
Nach gut einer Stunde war ich dann wieder zurück. Ich hatte Glück, denn zum Ende hin begann es wieder zu regnen. Da es aber immer noch sehr warm war, machte das nicht viel aus.

Um 11:30 Uhr ging ich dann in die spanische Messe. Die vorhergehenden chinesischen und englischen Messen waren nur mäßig (2 bzw. 3 Personen) besucht; hier konnte man, bei über 20 Personen, schon von einem Ansturm sprechen.
Nach dem Checken weiterer Mails ging es dann am Nachmittag zu einem weiteren Spaziergang. Wieder zu einer Brücke; diesmal war die Brooklyn Bridge das Ziel.
Da die Busse und Bahnen immer noch nicht fuhren, musste alles zu Fuß erkundet werden. Bzgl. der U-Bahnstationen hatte ich mittlerweile auch eine Zahl gelesen: 862 U-Bahnstationen wurden gesperrt; und da diese mindest zwei wenn nicht sogar mehr Ausgänge haben, lag ich mit der Zahl von über 1000 Ein- / Ausgängen im letzten Blog recht gut.
Die überfluteten Straßen vom Vormittag waren schon wieder Vergangenheit; die Aufräumarbeiten waren im vollen Gange.
Gut zwei Stunden war in unterwegs; an der Uferpromenade in Brooklyn habe ich sogar auf einer Parkbank für ein paar Minuten ruhig gesessen und relaxt.


Bis zum Abendessen wurden dann im Zimmer gesurft (Treppenlauf soll am kommenden Samstag nachgeholt werden!!! / Triathlon wurde komplett abgesagt / mehr Infos morgen im Konvention Center), gelesen und weiter relaxt.

Kurz vor 18:00 Uhr ging es dann zum Abendessen. Wenn mich jemand gefragt hätte, hätte ich Gyros bestellt. Aber erstens hat keiner gefragt und zweitens bin ich froh, wenn überhaupt ein Imbiss auf hat. Und genau so kam es. In der Gegend unterhalb der Washington Bridge war alles geschlossen. Also auf zu meinem Imbiss von vor zwei Tagen. Aber auch dieser hatte geschlossen. Da blieb also nur der Italiener an der Ecke. Somit gab es Spaghetti mit zwei überbackenen Hähnchenschnitzeln. Lecker und viel.
Während ich beim Essen aus dem Fenster schaute, fuhren nun auch wieder die ersten Busse durch die Stadt. Die Zahl der Taxen hatte auch deutlich zugenommen. Sehr gut  – New York erwacht!!

Also morgen muss etwas geschehen, noch so ein Tag und ich …

Thema: WPFG | Kommentare (1) | Autor: Joachim

Die ersten Eindrücke und Irene

Sonntag, 28. August 2011 2:00

Gestern um 16:10 Uhr wurden die World Police and Fire Games 2011 in New York offiziell eröffnet. Wann sie aber wirklich starten, kann man jetzt noch nicht vorhersehen.

Der Wirbelsturm Irene kommt nach New York und regiert die Metropole.

Einen Titel (Treppenlauf) werde ich wohl nicht verteidigen können, den anderen (Triathlon) mir wohl nicht wiederholen können. Aber egal, bei geht es nur um Sport!!

Da ich (leider) erst seit heute online bin, fällt der erste Blog etwa länger aus. Trotzdem viel Spaß beim lesen ;-)

Tag 01 – 24. August / Flug nach New York

Ging das Einchecken des Reisekoffers in Düsseldorf problemlos, war der CheckIn des Radkoffers wieder einmal ein “Drama”. Wieder einmal wurden die Kartuschen bemängelt. Auf die Aussage, dass ich auch im Koffer welche hätte, erwiderte die Dame am Band; dann werden sie wohl gleich ausgerufen. Darauf wartete ich aber vergeblich. Ohne Beanstandung flog der Koffer über den großen Teich.
Der Flug verging relativ schnell. Zwei Videos, von denen ich einen kannte und einen überhaupt nicht sehen wollte, verkürzten mir diesmal nicht die Zeit. Zwei kleine Snacks gegen den kleinen Hunger und schon waren wir in NEW YORK!!!
Jetzt brauchte man viel Geduld. Die Passkontrolle mit Fingerabdruck (aller Finger!!) und einem Portraitfoto zog sich ganz schön in die Länge. Pech war auch noch, dass einen Schalter wegen Feierabend und einer wegen Probleme, welcher Art auch immer, kurz vor mir geschlossen wurden.
Als ich dann endlich am Förderband war, war dieses schon komplett leer und mein Koffer stand einsam im Gang. Nur was nicht da war, war mein RAD!!!
Nachdem ich bei der zuständige Stelle erklärt hatte, dass es sich dabei um ein extra großes Gepäckstück handelte, machte man sich auf die Suche und kam 10 Minuten später mit meinem Giant-Karton an. Welch Erleichterung.
Jetzt sollte nur noch der Transfer in die Stadt klappen. Aber die Dame vom Info-Desk war schnell der Verzweiflung nah. Aber sie gab nicht auf. Mit einem Yellow Taxi, für 50 Dollar, ging es nach dann nach Chinatown.
Hier ist nämlich das Quartier der nächsten Tage: Priesterhaus St. Therasa Kirche in der Henry Street 141.
Gegen 18:30 Uhr Ortszeit war ich endlich dort angekommen. Wenn man alles zusammenzählt doch schon ne lange Zeit.
Das Zimmer bzw. die beiden Zimmer im Haus von Don Baker waren mehr als ich erwartet hatte. Absolut perfekt!!!
Bevor es dunkel wurde, ging es schnell noch in die Stadt. Chinatown, Wallstreet, Broadway, Freiheitsstatue (wenn auch nur aus der Ferne) und Ground Zero standen auf der ersten Sightseing Tour. Kleines Abendessen bei Mc Donald – dann ab nach Hause. Gegen 21:30 Uhr (03:30 Uhr dt. Zeit) war dann Feierabend. Gut geschlafen wurde ich das erste Mal gegen 06:00 Uhr wach.

Tag 02 – 25. August / New York – Registration und Empfang beim dt. Generalkonsul

Um 07:00 Uhr wollte ich dann wirklich nicht mehr schlafen; duschen und auf in die Stadt. Bzw. auf zum Jakob K. Javits Convention Center; schnell registrieren – bevor die anderen kommen.
Dieser Plan ging auch voll auf. Mit der Metro ging es recht schnell dorthin. hatte mir eine 7 -Tageskarte geholt; dann bin ich flexibel.
Die Registration war so schnell erledigt, sodass die Aussteller-Messe noch gar nicht geöffnet hatte. Also wieder raus und ab in die Stadt. Frühstücken bei Mc Donald und dann vorbei am Empire State Buildung zu einem Highlight der Stadt, welches ich 2003 irgendwie vergessen hatte.


Das “Bügelhaus” / das Flatiron Building stand auf dem Programm. Geniales Gebäude, wunderschön.
Auch wunderschön sind immer die vielen kleinen Parks in der Stadt und die Kunstwerke; die man rechts und links findet (wenn man nicht blind durch die Stadt rennt).
Sehenswert war dann auch die St. Patrick Cathedral, die als nächsten auf der Tour stand. Da es mittlerweile goss wie aus Kübeln wurde nun kurzerhand das Rockefeller Center gegenüber besichtigt.
Danach ging es zurück zum Convetion Center. Information zu den einzelnen Wettkämpfen wurden eingeholt, die Ausstellermesse in Augenschein genommen und dann stand die nächste Aufgabe/Herausforderung von zu Hause an.
All Star Slouchy Hi-Top Converse Schuhe in black/purple und All Star Slim Slip Converse Schuhe in parchament sollten gekauft werden.
Nach acht Läden (einem Converse Super Store!!!), von denen ich einen sogar doppelt besucht hatte (der Verkäufer erinnerte sich sogar noch am mich) – gab ich auf!! Keine Chance!!
Mit Bus und Bahn ging es zur Unterkunft zurück. Dort umziehen, Fahrrad zusammenbauen und fertigmachen für den Empfang bei deutschen Botschafter im Haus der Nationen.
Mit halbstündiger Verspätung traf ich in dem Generalkonsulat ein. Unsere Chefs schwangen die üblichen Reden, der Vertreter des Generalkonsulates begrüßte uns sehr herzlich. Es gab kleine Snacks, Obst und Getränke. Der Magdeburger Schwimmer und die Kölner Läuferin waren auch dort. Kurzer Talk.
Um 20:00 Uhr hatte ich aber davon genug. Ich hatte mir noch ein Ziel gesetzt. Times Square. Also einmal quer durch die Stadt. Was sich dann an dem Platz abspielt, kann man mit Worten kaum beschreiben.
Menschenmengen stehen, schieben, sitzen, bestaunen, diesen mit überdimensionalen TV Wänden bestückten Platz. Wahnsinn!!!
Mit der U-Bahn ging es dann wieder nach Hause. Zum Abendessen noch schnell ne Banane, ein paar Zeilen im neuen Buch von Arto Paaslinna “Schutzengel mit ohne Flügel” gelesen, dann fielen mir auch schon die Augen zu.

Tag 03 – 26. August / New York – Eröffnungsveranstaltung

08:30 Uhr verließ ich meine Unterkunft in Richtung Flushing Meadows. Die Zeitung in der Metro hatte leider die erwartete schlechte Schlagzeile; der Wirbelsturm Irene war genau in Richtung New York unterwegs. Laut Zeitung sollte sogar Soho evakuiert werden und alle öffentlichen Außenveranstaltungen am Sonntag wurden abgesagt.
Von den WPFG stand noch nichts drin, aber das kommt bestimmt (spätestens) bei der Eröffnungsfeier.
Nach langer Bahnfahrt und langem Fußmarsch (fast hätte ich abgebrochen, denn ohne Kartenmaterial in einer fremdem Stadt – ist gewagt) durch den Ortsteil “Seven Hills” in Queens (ganz anders als New York) war ich endlich am ersten Tagesziel eingetroffen: Flushing Meadows Stadium- riesengroß in einem wunderschönen Park gelegen. Und Tennis wurde dort auch schon gespielt; aber bedingt durch die fortgeschrittene Zeit musste ich schnell zur Eröffnungsfeier. Aber ich komme wieder – versprochen!!
Bei der Eröffnungsfeier im Prospekt Park im Ortsteil Brooklyn wurde dann die Absage der Triathlonveranstaltung bestätigt. Uwe Röpsdorf hatte die Informationen aus dem Netz. Naja, kann man nichts machen; ist sehr ärgerlich, aber es ist nur Sport. Bei anderen geht es bestimmt/vielleicht um ihre Existenz
Die Eröffnungsfeier bei tropischen Temperaturen zog sich unendlich lang. Der Aufmarsch der Nationen dauerte 1,5 Stunden.
Irgendwann wurde es selbst mir zu viel und ich verkroch mich in den Schatten. Gänsehautfeeling kam bei der amerikanischen Nationalhymne auf. Als dann aber endlich nach 3 Stunden die Spiele eröffnet und das Feuer entflammt wurde, waren nur noch eine Handvoll AthletnInnen im Park. Eigentlich Schade, aber selber Schuld. Die ersten waren ja schon über 5 Stunden vor Ort.
Musikalisch wurde die Veranstaltung durch einen New Yorker Gitarist und Mitglieder/Sänger aus dem Musical Spiderman aufgewertet.
Mit der U-Bahn ging es zurück zur Unterkunft. Hier hatte Don die notwendigen Infos bzgl. Irene schon an die Türe gesteckt. Wenn man dem glauben darf, kommt da wirklich was auf uns zu. Im Internet wurde dann die auch Absage für Sonntag bestätigt, was mit dem Samstag ist – wurde nicht abschließend geklärt. Dies ließ man offen.
Da es noch recht früh am Nachmittag war, beschloss ich noch eine “Schiffstour” zu machen. Bei der Fahrt mit der Staten Island Fähre bekam man die Information, dass alle öffentlichen Verkehrsmittel am Samstag ab 12:00 Uhr stillstehen. Das erklärt dann auch, warum die meisten U-Bahnschächte mit Planen und Sandsäcken abgedeckt wurden. Man hatte irgendwie Respekt!
Damit ist meines Erachtens aber auch der Samstag mit der Titelverteidigung im Treppenlauf gestorben. Aber mal abwarten.
Mit der Staten Island Ferry ging es einmal über den Hudson River und wieder zurück. New York bei untergehenden Sonne; phantastisch und dabei auch noch kostenlos; leider aber auch sehr zeit intensiv (1 Stunde ist man locker unterwegs!)


Die Suche nach einem Pizzahändler in der Nähe meiner Unterkunft verlief leider negativ; komisch – essen Chinesen denn keine Pizza;-) – aber in eine Imbissbude bekam ich dann die erste warme Mahlzeit (Linguini Bolognese – sehr lecker) in Amerika. Naja, nach 5 Blaubeeren Donuts über den Tag verteilt hatte ich auch gut Appetit.
Noch schnell zu meinem China-Supermarkt an der Ecke – Obst und etwas zu trinken geholt – dann war auch dieser Tag schon wieder vorbei. Mal gespannt was morgen passiert!!!

Tag 04 – 27. August / New York – eigentlich Treppenlauf

06:30 Uhr klingelt plötzlich mein Handy. Günter fragt nach dem aktuellen Stand. Tja, unverändert. Irene kommt gegen Mittag oder Abend und was mit den Spielen ist, steht in den Sternen. Leider stand laut Günter auch nichts auf der Homepage der WPFG.
Gegen 08:00 Uhr packte ich dann meine Sachen und mache mich auf den Weg zum Groud Zero. Hier sollte eigentlich der erste Wettbewerb (Treppenlauf in einem Gebäude neben dieser riesigen Baustelle) stattfinden. Aber im Gegensatz zu den anderen Spielen: kein Hinweis, keine Schilder – schlechte Organisation. Mit ein paar Spaniern fragen wir an der Rezeption mal nach. Kurzer Hinweis: All Competition are cancelt.
Tja, das war es dann mit der Titelverteidigung.
Zu Fuß geht es Richtung Hundson River. Der Wintergarten des World Financial Center ist absolut sehenswert. Und das schönste um diese Uhrzeit – menschenleer. Unten am kleinen Hafen liegen ein paar wunderschöne Yachten.
Aber irgendwie ist heute alles merkwürdig. Der Verkehr ist meines Erachtens viel ruhiger wie sonst; es gibt Gebäude/Geschäfte die wurden mit Folie verklebt, andere Bewohner/Arbeiter platzieren Sandsäcke an diverse Türen. Ich kann das alles nicht einschätzen.
Gefrühstückt wird auf einer Parkbank in einem der zahlreichen Park mit Blick auf die andere Seite von New York.
Durch Chinatown geht es zurück zur Unterkunft. Da es schon leicht zu regnen beginnt, bleibt keine Zeit für Besichtigung.
Na kurzer Rast (naja eben Rucksack ablegen und Toilettengang) geht es wieder raus. Noch einmal die Beine vertreten. Es geht unter die Manhattan Bridge. Der weitere Spaziergang führt mich dann zur Williamsburg Bridge. Hier haben Fußgänger und Radfahrer über der eigentlichen Straße eine eigene Fahrspur.
Das muss und werde ich mir wohl später genauer ansehen. Bridge-Riding; das heißt mit dem Fahrrad die diversen Brücken befahren. Aber dazu brauche ich gutes Wetter; mal abwarten.
Gegen 11:00 Uhr beginnt es zu schütten. Unterschlupft finde ich in einem Bushaltenstellenhäuschen. Eine Frau fragt mich: “Is this the Beginning??  It is early!!”
Nach 10 Minuten wird es aber auch schon weniger und ich gehe zur Unterkunft zurück. Klamotten werden schnell getrocknet und per Handy die Heimat über den aktuellen Stand informiert. Das mit der Handykarte klappt suboptimal. SMS gehen raus, Anrufe kommen rein, aber raustelefonieren klappt nur mit einer eigenen Karten-Vorwahl und Kennwortoption. Ziemlich lästig. WLAN geht gar nicht.
Jetzt treffe ich auch endlich Don. Kurzer Austausch über das was auf uns zukommt. Dann richtet er mir sein WLAN ein und ich bin online!!!!
Zwei Stunden wird gearbeitet.
Als es wieder aufhört zu regnen, geht es zu einem weiteren Erkundungstrip raus. Chinatown, Italian City und der Washington Square Park stehen diesmal auf dem Programm. Und das natürlich alles zu Fuß. Denn seit 12:00 Uhr fahren ja kein Busse und Bahnen mehr. Alle Zugänge zu den Metrostationen sind mittels Flatterband versperrt. Und das sind nicht 10, auch nicht 100,  bestimmt über 1000. Wahnsinn!!!
99% der Geschäfte sind geschlossen; teilweise mit Pappe und/oder Brettern gesichert. Parkanlagen, Spielplätze sind gesperrt.
Als sich dann am weit entferntesten Punkt der Tour war, begann es natürlich wieder zu regen. Nach einer Viertelstunde war es aber wieder vorbei.
Auf dem Weg zurück gab es dann noch ein Stück Pizza; dann war der Tag auch schon vorbei, auch wenn es erst 17:00 Uhr war. Gegen 18:00 Uhr sollte dann Irene kommen und ab dann sollte man nicht draußen herumlaufen.

Thema: WPFG | Kommentare (3) | Autor: Joachim

Ich habe fertig!!

Samstag, 20. August 2011 16:14

Nach einer guten Trainingsperiode, dem Seniorenrennen in Sassenberg und dem Start beim Sprinttriathlon am heutigen Tag in Hückeswagen ist die Vorbereitung abgeschlossen.

New York ich komme!!!

Wenn ich am Mittwoch über den großen Teich fliege, folgt am Donnerstag der Empfang beim deutschen Botschafter und am Freitag die Eröffnungsfeier für über 15.000 Polizisten und Feuewehrleute aus der ganzen Welt. Leider bin ich dieses Mal alleine unterwegs, aber ich hoffe, dass es ein Ausnahme bleibt ;-)

Am Samstag beginnt dann der Wettkampfmarathon:

Samstag Treppenlauf in einem Gebäude beim Ground Zero; 36 Etagen oder mehr geht es in einer der neuen Wolkenkratzer hoch. Eigentlich gilt es den Titel auf Vancouver zu verteidigen, aber da am Tag darauf schon der Triathlon über die Kurzdistanz auf dem Plan steht, heißt es Kräfte schonen.
Denn hier möchte ich mir den Titel (den ich in Vancouver ja nur „ausgeliehen“ hatte) wiederholen. Die frühe Startzeit (07:30 Uhr) macht mir dabei wenig aus, denn wie heißt es so schön: Nur der frühe Vogel fängt den Wurm!!! Und ich fange ihn!!!

Abgeschlossen wird die Wettkampf-Serie am Montag mit dem Einzelzeitfahren auf einem alten Flugplatzgelände; so sieht es auf jeden fall bei Google Map aus. Mal sehen wie viel Kraft dafür noch übrig ist.

Nach einem Tag Pause (mal sehen wie der in New York aussieht, denn Füße hochlegen kann man doch in so einer Stadt nicht; oder??) steht dann der 10.000 Meter auf der Bahn an. Premiere, mal sehen, wie es ist, wenn man 25 Runden auf der Bahn absolvieren muss. Ausfahren, beim Bergzeitfahren steht am Donnerstag auf dem Plan. Gibt es in New York Berge?? Ich lass mich mal überraschen. Abgeschlossen werden die World Police and Fire Games aus meiner Sicht mit dem Offenwasserschwimmen bei Coney Island/Broklyn. Jetzt heißt es sich noch einmal richtig reinknien; denn danach ist Schluss.

Es folgt die Abschlussveranstaltung am Sonntag und ein anschließender Kurztrip nach Miami, bevor es am 12. September wieder zurückgeht.

20 spannende Tage liegen vor mir und wie schon aus Vancouver werde ich versuchen täglich einen kleinen Bericht auf meine Homepage zu setzen. Zeit dafür habe ich genug, denn meine Hospitz für die Spiele strahlt jetzt schon die Ruhe aus, die ich vor den Wettkämpfen brauche.

Mehr wird jetzt noch nicht verraten; aber schon einmal vorab: DANKE Bernd / Don!!

Vielleicht komme ja ich auch noch ins Fernsehen, denn vielleicht schaffe ich es noch eine Karte für die US Open (Tennis) zu ergattern. Ich werde berichten.

Thema: Allgemein | Kommentare (4) | Autor: Joachim